10.08.26 –
Der Haushaltsentwurf des Landkreises für 2027 sieht eine deutliche Kürzung für den ÖPNV vor. Die Folgen: Ganze Linien wie die 801, 802, 803, 812, 814, 816, 839 und 854 fallen an Wochenenden weg, und selbst die wichtige Linie 824 verliert sonnabends 18 Fahrten! Die Begründung, dass nur 6 % der Fahrgäste am Sonnabend unterwegs seien, ignoriert die Realität vieler Menschen, die - auch am Wochenende - auf zuverlässige Verbindungen angewiesen sind. Anlässlich der Sondersitzung des Ausschusses für Mobilität, Ordnung und Katastrophenschutz am 11. August 2026 fordern die Bündnisgrünen:
Der Kreis muss kurzfristig handeln: Die 824 hat Haltestellen an vielen Bildungs-, Sport- und Kultureinrichtungen sowie Pflegestandorten. Sie ist eine Lebensader für den Landkreis. Deshalb muss sie als unverzichtbar eingestuft und vor Kürzungen geschützt werden. Gleichzeitig muss der Kreis gemeinsam mit dem Land Brandenburg Übergangshilfen für den ÖPNV einfordern und die Übernahme von Pflichtaufgaben verlangen, die aktuell den Kreishaushalt belasten.
"Jedes wegfallende Angebot sollte mindestens durch den flexiblen Rufbus-Dienst MOHVER kompensiert werden. Die OVG bietet den Service mit Kleinbussen bereits in Fürstenberg/Havel, im Norden des Landkreises, an. Mit dem MOHVER können Fahrten unabhängig von Uhrzeit und Linie 90 Minuten im Voraus gebucht werden. Es gilt dann der Tarif der OVG. Den MOHVER auch im Süden des Kreises als ergänzendes Angebot für Randzeiten zu nutzen, würde aus der Not eine Tugend machen. Wir dürfen jetzt angesichts der Haushaltslage nicht den Kopf in den Sand stecken, sondern müssen gemeinsam kurzfristig kreative Lösungen finden", sagt Linda Weiß, Mitglied der Kreistagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen/Tierschutz im Ausschuss für Mobilität, Ordnung und Katastrophenschutz.
Langfristig braucht es eine Bund-Länder-Lösung: Die Finanznot der Kommunen ist kein lokal begrenztes Problem. Überreiche müssen endlich fair an der Finanzierung unserer Infrastruktur beteiligt werden, zum Beispiel durch eine Reform des kommunalen Finanzausgleichs, die Wiedereinführung der Vermögenssteuer, eine faire Erbschaftssteuer und dauerhafte Bundesmittel für den ÖPNV-Ausbau. Ohne einen attraktiven öffentlichen Nahverkehr, keine Verkehrswende.
„Wir können heute im Kreis entscheiden, ob wir die attraktive Taktung der Linie 824 retten – aber morgen müssen Bund und Land liefern. Es kann nicht sein, dass in Deutschland Reiche ihre Jachten volltanken, während der öffentliche Nahverkehr zusammengekürzt wird - und die arbeitende Bevölkerung, die darauf angewiesen ist, darunter leidet“, so Anne Schumacher, Co-Sprecherin BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Kreisverband Oberhavel.
Kontakte:
Anne Schumacher
BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Kreisverband Oberhavel
Sachsenhausener Str. 1A
16515 Oranienburg
E-Mail: vorstand@gruene-ohv.de
Linda Weiß
Mitglied der Kreistagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen/Tierschutz
Sachsenhausener Str. 1A
16515 Oranienburg
E-Mail: linda.weiss@gruene-ohv.de
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