29.04.26 –
Oberkrämer - Schweren Herzens will die Gemeidevertreterin von Bündnis 90/Die Grünen, Julia Thömen, am Donnerstag dem sogenannten Vorreiterkonzept zum Klimaschutz zustimmen. Dieses Papier wurde im Auftrag der Gemeinde vom Büro EBP erarbeitet und ist nach Ansicht von Julia Thömen zu ambitionslos und verdiene deswegen auch die Bezeichnung Vorreiterkonzept nicht.
Im vergangenen Sommer wurde ein Arbeitskreis Klima ins Leben gerufen, in dem Vertreter*innen verschiedener Fraktionen regelmäßig Vorschläge diskutiert haben, wie die Gemeinde Oberkrämer den Klimaschutz unterstützen kann. Der Vertreter der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen / Die Linke - Detlef Möller hat sich dabei kontinuierlich für weitergehende und umfassendere Maßnahmen eingesetzt, leider mit wenig Erfolg. Das Ergebnis ist am Donnerstag, 30. April auf der Tagesordnung der Gemeindeversammlung.
Im Detail kritisiert Julia Thömen, dass der Fokus stark auf Maßnahmen liege, die lediglich einen sehr kleinen Anteil der Gesamtemissionen beträfen, nämlich nur etwa ein halbes Prozent. Die großen Bereiche Verkehr und private Haushalte, die für rund 87 Prozent der klimazerstörenden Emissionen verantwortlich sind, blieben in der Beschlussvorlage weitgehend unberücksichtigt.
Die Bündnisgrünen setzen sich dafür ein, den Arbeitskreis Klima weiterzuführen und inhaltlich zu stärken. "Ziel ist ein offener, zukunftsorientierter Austausch, der auch über die unmittelbaren Zuständigkeiten der Gemeinde hinaus denkt und Kooperationen entwickelt", heißt es in einer Stellungnahme des Ortsverbandes der Grünen. Die Sprecher*innen Nicole Schallenberg und Oliver Grätsch erklären darin: "Mit dem Vorreiterkonzept ist ein erster Schritt gemacht. Jetzt müssen aber zwingend nächste Schritte folgen, um bestehende Ansätze weiterzuentwickeln und deutlich ambitionierter zu werden. Die Ideen dazu liegen bereits auf dem Tisch."
Konkret fordern die Bündnisgrünen eine kommunale Wärmeplanung, die auch private Haushalte stärker einbezieht. Photovoltaik-Anlagen von regionalen Anbietern müssen auf möglichst viele kommunale Dächer und Parkplätze. Um die Bürger*innen frühzeitig mit einzubinden, sollen Konzepte zur Bürgerenergie und Beteiligungsmodelle entwickelt werden. Mehr Ladestationen für Elektroautos sollen entstehen, perspektivisch auch in Bürgerbeteiligung. Neue Möglichkeiten durch Energy-Sharing sollen genutzt und unterstützt werden. Im Verkehrsbereich wünschen sich die Grünen Bürger-Busse oder On-Demand-Angebote. Um den Autoverkehr zu verringern werden enge Abstimmungen mit dem Land, dem Kreis und den Nachbargemeinden angestrebt.
Das seien nur ein paar Vorschläge, die Oberkrämer auf den Weg zur Klimaneutralität bringen, meinen Nicole Schallenberg und Oliver Grätsch: "Jetzt gilt es, diesen Weg konsequent und mit deutlich mehr Tempo weiterzugehen."
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