


20.01.26 –
Wusstest du, dass nur rund 4 Prozent des Wassers auf der Erde Süßwasser ist – und davon wiederum nur ein winziger Teil tatsächlich nutzbar? Oder dass eine einzige Große Teichmuschel bis zu neun Liter Wasser pro Stunde filtert? Und dass unser Oranienburger Trinkwasser ganzjährig mit etwa 10 Grad aus dem Boden kommt – egal ob Hochsommer oder Winter?
Mit solchen Aha-Momenten startete der Neujahrsspaziergang der Oranienburger Bündnisgrünen am Samstag, den 17. Januar 2026. Besonders groß war das Interesse an der Führung durch das Wasserwerk Oranienburg, an der knapp 30 Bürgerinnen und Bürger teilnahmen.
Im Mittelpunkt stand das Grundwasser als wichtigste Trinkwasserquelle der Stadt. Anschaulich wurde erklärt, wie das Wasser aus rund 30 Metern Tiefe gefördert und durch spezielle Filter von Eisen, Mangan und Huminstoffen gereinigt wird. So bleibt unser Trinkwasser klar und hochwertig. Der tägliche Wasserbedarf Oranienburgs liegt bei etwa 5.000 Kubikmetern, an heißen Sommertagen sogar bei bis zu 9.000 Kubikmetern. Die jährliche Fördermenge ist auf rund 2,4 Millionen Kubikmeter begrenzt.
Gleichzeitig wurde deutlich, welche Herausforderungen vor uns liegen: Für die kommenden Jahre wird ein Mehrwasserbedarf von rund 28 Prozent prognostiziert. Neue Brunnenstandorte sind jedoch schwer zu finden – Altlasten im Boden und bestehende Wasserrechte schränken die Suche ein. Aktuell werden unter anderem Flächen im Raum Bernöwe untersucht, die nun langfristig beobachtet werden müssen.
Der Spaziergang machte eindrücklich klar, wie eng Wasserschutz, Stadtentwicklung und Klimaanpassung zusammenhängen. Versiegelte Flächen lassen Regenwasser ungenutzt abfließen, statt im Boden zu versickern und neues Grundwasser zu bilden. Konzepte wie Entsiegelung, Mulden-Rigolen-Systeme, begrünte Dächer oder die Schwammstadt sorgen dafür, dass Wasser dort bleibt, wo wir es brauchen: im Boden – und damit als Grundlage unserer Trinkwasserversorgung.
„Trinkwasser ist kein abstraktes Thema, sondern beginnt direkt vor unserer Haustür“, betont Susanne Zamecki, Sprecherin der bündnisgrünen Fraktion in der Oranienburger Stadtverordnetenversammlung. „Wie wir unsere Stadt planen – ob wir Flächen versiegeln oder entsiegeln, Wasser halten oder ableiten – entscheidet ganz konkret darüber, ob wir auch in Zukunft ausreichend sauberes Trinkwasser haben.“
Auch der Blick in die Natur kam nicht zu kurz: Durch die verbesserte Wasserqualität kehren Arten zurück, die lange verschwunden waren. Heute leben im Lehnitzsee wieder 21 einheimische Fischarten, auch Eisvogel und Fischotter sind wieder heimisch.
Der Neujahrsspaziergang zeigte: Wasser ist kein Selbstverständnis, sondern eine unserer wichtigsten Zukunftsfragen. Ein großes Dankeschön gilt allen Teilnehmenden sowie den Fachleuten vor Ort – insbesondere Marco Batzing und Peter Grabowsky für die Führung im Wasserwerk, Dr. Peter Gärtner für die naturräumliche Einordnung sowie André Stöwe und Fabian Kulow vom Kreisanglerverband für ihre spannenden Beiträge.
Info:
Wir gewinnen unser Trinkwasser am Rande des Naturparks Barnim. Für mehr Informationen zum Naturraum und dessen Entsteheung: https://www.barnim-naturpark.de/
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