17.07.26 –
Oranienburg. BündnisGrüne fordern eine gemeinsame Bestandsaufnahme durch Landkreis und Kommunen – mit konkretem Fahrplan für Hitze-, Gesundheits- und Wasserschutz.
Die historische Hitzewelle Ende Juni war auch für Oberhavel mehr als ein Warnsignal. BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Oberhavel fordern deshalb einen Hitze-, Gesundheits- und Wasserschutzgipfel von Landkreis, Städten und Gemeinden. Ziel ist eine gemeinsame Bestandsaufnahme: Wo ist Oberhavel besonders verwundbar, welche Schutzmaßnahmen greifen bereits und was muss bis zum nächsten Sommer umgesetzt werden?
Brandenburg verzeichnete Ende Juni neue Hitzerekorde mit über 41 Grad. Bundesweit schätzt das Robert-Koch-Institut die Zahl hitzebedingter Sterbefälle bis Kalenderwoche 26 auf rund 4.300. Auch in Oberhavel waren die Folgen spürbar: Belastungen für ältere und vulnerable Menschen, Beschäftigte im Freien, Waldbrandgefahr, Infrastrukturschäden, gestörter Bahnverkehr sowie Sorgen um Wasser, Böden und Gewässer.
Hitze ist auch ein Standort- und Wirtschaftsrisiko: Laut Prognos verursacht ein Hitzetag ab 30 °C direkte Kosten von rund 431 Millionen Euro für die deutsche Wirtschaft – vor allem durch Produktivitätsverluste.
„Die Hitzewelle war ein Stresstest für Gesundheit, Infrastruktur, Natur, Wirtschaft und Wasserversorgung. Oberhavel muss daraus lernen“, erklärt Dr. Andreas Nagel vom Vorstand der Bündnisgrünen Oberhavel. „Wir brauchen eine ehrliche Bestandsaufnahme: Wo brauchen Menschen besseren Schutz? Wo fehlen kühle Orte, Schatten, Trinkwasserangebote und verlässliche Warnketten?“
Aus Sicht der Grünen sollen Landkreis, Kommunen und Ämter ihre Hitze-, Gesundheits- und Wasserschutzpläne gemeinsam weiterentwickeln und verbindlich umsetzen. Besonders gefährdete Menschen – etwa Ältere, Kinder, Pflegebedürftige, Wohnungslose und Menschen mit Vorerkrankungen – müssen gezielt geschützt werden, etwa durch Hitzetelefone, Nachbarschaftshilfen und Schutzkonzepte in Einrichtungen.
Zugleich braucht jede Kommune gut erreichbare kühle Orte, Trinkbrunnen oder mobile Wasserstellen, mehr Schatten auf öffentlichen Plätzen sowie mehr Bäume, Entsiegelung und Begrünung.
Beim Wasserschutz sollten Landkreis und Kommunen prüfen, wie Regenwasser besser gespeichert, Versiegelung reduziert, Wasser in der Landschaft gehalten und Gewässer stabilisiert werden können. Eine Wasserampel oder ein vergleichbares Lagebild könnte Risiken frühzeitig sichtbar machen.
„Hitzeschutz ist Gesundheitsschutz. Wasserschutz ist Daseinsvorsorge. Beides muss in Oberhavel kommunale Priorität werden“, sagt Anne Schumacher, Co-Sprecherin der Grünen Oberhavel. „Ziel muss ein gemeinsamer Fahrplan sein: Was tun wir sofort, was bis zum nächsten Sommer und was strukturell bis 2030?“
Die Grünen betonen: Es geht nicht um Alarmismus, sondern um Vorsorge und Verantwortung. Oberhavel kann aus dem Hitzeereignis eine pragmatische Antwort entwickeln – wenn Landkreis und Kommunen die Lage gemeinsam auswerten und konkrete Maßnahmen ableiten.
Kontakte:
Anne Schumacher, Co-Sprecherin B90/Grüne KV OHV, anne.schumacher@gruene-ohv.de
Dr.Andreas Nagel, Vorstandsmitglied B90/Grüne KV OHV, andreas.nagel@gruene-ohv.de
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