Bündnis 90/Die Grünen

Kreisverband Oberhavel

01.01.70 –

 

Glienicke. Benzinpreise und Tankrabatt, Verbrenner- oder Heizungs- “Verbote“, Weltmarktpreise für Gas und Öl. Es gibt sehr viele Themen, die uns in unserem Alltag in unserer Gemeinde Glienicke hinsichtlich unserer Zukunftsaussichten und unseres Umgangs mit fossilen und erneuerbaren Energien betreffen. Alle drehen sich im Grunde um ein uns allen naheliegendes Thema: unser Geld.

Geld ist ein grundsätzlich knappes Gut, daher eignet es sich auch als Instrument, um unser alltägliches (Konsum-) Verhalten in volkswirtschaftlich und gesellschaftlich erwünschte Richtungen zu orientieren. Gerade in den aktuellen Zeiten gibt es hierbei eine Gruppe von Menschen, die sich tagtäglich über ihre bereits getroffenen Entscheidungen hin zur persönlichen Energiewende erfreuen und in ihrem Alltag nur wenig von den oben genannten Themen betroffen sind: Die Glienicker Energiewendler.

Damit sind diejenigen von uns gemeint, die ihren Alltag schrittweise von fossilen auf elektrischen Energieverbrauch umstellen. Sei es die eigene Stromerzeugung mittels Sonnenenergie vom Hausdach oder Balkon, die Umstellung einer (in die Jahre gekommenen) Heizungsanlage auf eine Wärmepumpe bzw. Solarthermieanlage oder die Entscheidung, beim nächsten Autokauf anstelle eines Verbrenners ein Elektro- oder zumindest Plug-in Hybridfahrzeug zu wählen.

Photovoltaikanlage:

„Die Sonne schickt keine Rechnung“ – für Energiewendler gilt das während des Sommerhalbjahres für bis zu 90% aller Energiebedarfe: Hausstrom, Warmwasser und (gelegentliche) Heizung sowie automobile Mobilität. Natürlich sind dafür Anfangsinvestitionen notwendig, die sich jedoch über die 30 Jahre zu erwartende Nutzungsdauer der Anlage relativieren und dadurch auch wirtschaftlich rechnen. Ganz besonders gilt dieses für die „kleinen“ Balkonkraftwerke, die inklusive Batterie bereits ab 1.000 EUR zu haben sind. Die größte „Rendite“ aber ist das Gefühl, dass „der eigene Strom umsonst ist“. Aus einer rein wirtschaftlichen Perspektive hätte es sich rückblickend sicherlich mehr gelohnt, wenn der Investitionsbetrag in Rheinmetall- oder Nvidia-Aktien gesteckt worden wäre – aber die fast tägliche, emotionale Rendite, die solch eine Unabhängigkeit und Preissicherheit auf 30 Jahre mit sich bringt, kann ein Aktiendepot auf Dauer kaum liefern.

Heizung mit Umweltwärme und Strom:

Bei der Umstellung auf eine Wärmepumpe werden mit einer Kilowattstunde Strom 3 bis 4 Kilowattstunden Wärme erzeugt – und wenn der Strom aus der eigenen Photovoltaikanlage und die Umweltwärme aus der Umgebungsluft oder Erdwärme stammt, dann ist hier (im Sommerhalbjahr) ebenfalls eine Leistung ohne Rechnung zu genießen. Im Winter liegen die Energiekosten in der Regel auch jetzt schon niedriger als bei einer Gasheizung – abhängig von den Außentemperaturen und dem individuellen Strompreis. Ach ja, und kalt wird’s im Haus auch nicht (sofern die neue Heizung fachgerecht geplant, installiert und eingestellt wird). Wer sich für Haustechnik begeistert, kann mit ein paar Optimierungen an der Heizungssteuerung sogar noch ein paar Prozent Effizienz herausholen. Fazit: es lebt sich ohne Blick auf die unsteten Gaspreise ganz entspannt.

Mobilität mit dem Elektroflitzer:

Verbrennungsmotoren sind im Grunde Heizungen mit Nebenantrieb: nur 20% bis 45% der Energie aus dem (an der Tankstelle zu bezahlenden) fossilen Brennstoff werden in den Antrieb, der Rest in die Abwärme gesteckt. Das zahlt man alles mit. Beim Elektroauto entsteht fast keine Abwärme, daher haben sie ja auch effiziente Wärmepumpen für winterliche Temperaturen an Bord. Außerdem sind sie in puncto Beschleunigung deutlich dynamischer als selbst PS-starke Verbrenner. Der Preis für den Fahrspaß? Zwischen 1,40 EUR/100km bei Tankladung aus der eigenen Photovoltaikanlage bzw. 5 – 6 EUR/100km mit eigenem Hausstromanschluss (den jedes der ca. 3.300 Ein- oder Zweifamilienhäuser in Glienicke besitzt). Das gelegentliche Auswärtstanken auf längeren Reisen schlägt dann mit ca. 8 bis 12 EUR/100km zu Buche. Was jedoch bei statistisch durchschnittlich gefahrenen 30 km pro Tag und Fahrzeug für die meisten von uns recht selten vorkommen dürfte…

Was wäre ein erster Schritt?

Ein netter Austausch mit Nachbarn, die bereits Entscheidungen in Richtung persönlicher Energiewende umgesetzt haben, lohnt sich sicherlich. Denn es geht um langfristige Investitionen in für einzelne oftmals noch ungewohnte Technologien - und da helfen erfahrungsgemäß der Austausch untereinander, Dazulernen und insbesondere die Bereitschaft zum Neu- und Umdenken.

Wer Wissen nachschlagen möchte, findet unter www.co2online.de vielfältige Erfahrungsberichte.

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