30.10.2018

Mehr Regionalbahnen in Sachsenhausen gefordert

Oranienburg braucht schlüssige und nachhaltige Verkehrskonzepte – vor allem einen weiteren Ausbau des Öffentlichen Nahverkehrs und eine Förderung des Fahrradverkehrs. Das war ein Fazit des ersten von drei Bürgerforen der Oranienburger Grünen im Regine-Hildebrandt-Haus, bei dem Fragen der Mobilität in der Kreisstadt diskutiert wurden.

Der Abend begann mit einer Einführung in die Verkehrspolitik des Landes durch den Brandenburger Vorsitzenden der Bündnisgrünen, Clemens Rostock. Danach referierte der Oranienburger Fraktionsvorsitzende Heiner Klemp über die aktuellen Planungen für den Busverkehr in der Stadt. Bei der sich anschließenden regen Diskussion entwickelten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer Mobilitätsideen, mit denen ein Oranienburg, dessen Einwohnerzahl immer weiter steigt, auch in der Zukunft nicht am selbst gemachten Verkehr ersticken wird. Die Grünen planen zwei weitere Bürgerforen, wo sie mit interessierten Bürgerinnen und Bürgern zukunftsfähige Lösungen erarbeiten wollen: Am 20. November geht es – wieder im Regine-Hildebrandt-Haus – um das Thema Familie, am 15. Januar werden dann Stadtentwicklung und Umwelt diskutiert.

Zum Auftakt präsentierte der Landesvorsitzende Clemens Rostock unter anderem das Projekt landesbedeutsamer Buslinien, das die Brandenburger Grünen entwickelt haben. Danach soll unter anderem eine neue Verbindung zwischen den Mittelzentren Oranienburg und Bernau geschaffen und so endlich auch die lange geforderte Verknüpfung der östlichen Oranienburger Ortsteile mit Wandlitz hergestellt werden. Außerdem stellte Rostock aktuelle Planungen der Berliner und Brandenburger Grünen vor, denen zufolge deutlich mehr Regionalbahnen den Bahnhof Sachsenhausen bedienen würden. „Dort könnten Parkplätze und Busanbindungen geschaffen werden, so dass Pendler aus Gebieten nördlich von Oranienburg nicht mehr in die Kernstadt hineinfahren müssten“, so der in Hennigsdorf lebende Rostock. Durch die Verlängerung der heute noch in Oranienburg endenden Linien und zukünftig geplanter Linien wäre perspektivisch sogar ein 15-20 Minutentakt in Sachsenhausen denkbar.

Anschließend referierte Heiner Klemp den aktuellen Planungsstand des ÖPNV-Konzepts, das die Stadt momentan erarbeitet. Danach sollen die Kernstadt und Sachsenhausen in Stadtbusqualität erschlossen werden. Indem Linien verstärkt und gebündelt werden, soll alle 30 Minuten ein Bus fahren. „Dass dabei auch die Ortsteile nicht vergessen werden, ist mir sehr wichtig“, ergänzte der selbst in Lehnitz lebende Klemp, „allerdings wird man sich dort wohl mit einem Stundentakt zufriedengeben müssen.“ Diese Busse müssten dann verlässlich fahren und nicht wie heute Lücken im Fahrplan haben, erklärte Klemp, der als Bürgermeisterkandidat mit seinem Wahlkampf im Jahr 2017 das Stadtbus-Thema auf die Tagesordnung gesetzt hatte. Die im Konzept vorgesehenen Rufbusse, mit denen schwächer nachgefragte Stadtteile versorgt werden sollen, wurden als gute Anregung bewertet, deren Akzeptanz man ausprobieren sollte.

Für den das Bürgerforum abschließenden Workshop hatten die Grünen einen überdimensionalen Stadtplan von Oranienburg hergestellt, so dass alle Ideen und Anregungen gleich nachvollzogen werden konnten. Wo können Parkplätze geschaffen werden, wo Fahrradrouten entstehen? Welche Straßen können verkehrsberuhigt werden, um Räume für die Einwohner der Stadt zurückzugewinnen? Viele Ideen wurden aufgenommen und weiter diskutiert. Schließlich sollen sie Eingang in das Wahlprogramm der Oranienburger Grünen für die Kommunalwahl 2019 finden. Klemp ist jedenfalls zufrieden: „Ich denke, es hat allen Spaß gemacht. Uns war wichtig, die Themen zusammen zu denken.“ Mobilität hänge eben mit allem zusammen, sei es Einkaufen, zur Arbeit pendeln, Tourismus oder Klimaschutz: „Isolierte Betrachtungen bringen da wenig.“

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