10.01.2016

Von: Betra Bajorat-Kollegger, Dr. Ulrich Strempel

Elektromobilität für Glienicke

Die Zeit ist überreif

Glienicke/Nordbahn sollte elektromobiler werden. Auf zwei, drei oder auch vier Rädern. Wir müssen handeln, wenn wir den Umwelt- und Klimaschutz mit der individuellen Mobilität als wesentlichen Bestandteil unserer Lebensqualität miteinander in Einklang bringen wollen. An der entsprechenden Infrastruktur im Ort mangelt es allerdings. Hohen-Neuendorf ist da weiter – ganz zu schweigen von unserer südlichen Nachbarstadt, die auf eines der dichtesten „Elektrotankstellen-“Netze in Deutschland stolz sein darf.

Sicher, es ist eine „Henne-und-Ei“ Diskussion: Muss es erst mehr Elektrofahrzeuge geben, bevor wir „Stromtankstellen“ errichten? Oder brauchen wir eine bessere Versorgungsinfrastruktur, um Anreize für die Nutzung von Elektromobilen zu bieten? Die Fachleute vom Nationalen Entwicklungsplan Elektromobilität stützen eindeutig die zweite These.

Fest steht aber für alle kundigen Thebaner: Elektromobilität, ob in Form von Autos, Zweirädern oder Seniorenfahrzeugen, ist eine unumgängliche Zukunftstechnologie. In Glienicke/Nordbahn allemal. Das liegt nicht zuletzt bei der Lektüre des Energiekonzepts der Gemeinde auf der Hand. Es weist den Verkehr als einen der bedeutendsten Energiekonsumenten und somit Schadstoffproduzenten im Ort aus. Will sagen: Der Individualverkehr muss umweltfreundlicher werden.

Nicht nur das prädestiniert unseren schönen Ort für Elektromobilität. Glienicke/Nordbahn ist geradezu ein natürliches Habitat für Elektrofahrzeuge aller Art. Die meisten Glienickerinnen und Glienicker sind beruflich, oft aber auch in ihrem Freizeitverhalten und Kulturkonsum auf Berlin ausgerichtet. Archetypische Pendler also, die dafür täglich um die 40 Kilometer unterwegs sind. Oder die mit dem Zweirad zur S-Bahn und zurück fahren – immer öfter mit Elektrounterstützung.

Auch wenn viele Ladevorgänge an der heimischen Steckdose stattfinden werden: Es liegt gleichwohl nahe, auf einem zentralen Parkplatz – Dorfanger oder Dreifeldhalle beispielsweise – eine öffentliche Ladestation (möglicherweise auch für Fahrradakkus) aufzustellen. Vor allem mit der Schnellladefunktion würde das ausreichen, den Stromtank wieder zu füllen. Zum Beispiel während man abends in der Dreifeldhalle mit dem Sportverein trainiert. Oder die Zeit, die der Einkauf, das Bummeln, die Tasse Kaffee oder der Besuch der Eltern im Seniorenheim in Anspruch nehmen.

Deshalb werden unsere Fraktionen gemeinsam die Initiative ergreifen und die Gemeinde auffordern, zu prüfen und der GVT umsetzbare Vorschläge zu unterbreiten. Das passt auch in die Überlegungen zur Ortskerngestaltung. Die Kosten sind gering (zahlen tun die Nutzer), die Ladestationen sind unauffällig und kleiner als ein Parkautomat. In vielen schwedischen Kleinstädten ist eine „Elektrotankstelle“ (mit dazugehörigem, für E-Fahrzeuge reserviertem Parkplatz) zentral im Ort Gang und Gäbe. Auch in Glienicke wäre das eine starke Aussage für einen zukunftsfähigen Ort auf dem Weg in eine klimafreundliche Zukunft.

 

Grafik: Peter Lipka

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